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1. Entstehungshistorie Automatisierung Das
wohl älteste Produktionssystem ist die handwerkliche Fertigung. Sie ist
hochflexibel, bezogen auf Kundenwünsche, verursacht jedoch hohe
Produktionskosten. Eine Senkung der Produktionskosten durch Steigerung der Stückzahlen
ist nur im begrenzten Maße möglich, denn ein jedes Produkt ist eine
Einzelanfertigung und benötigt hochqualifizierte Arbeitskräfte. Nach diesem
Prinzip wurden bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Autos gefertigt.
Taylor beschäftigte sich mit Meßgrößen für die Industrieproduktivität. Er entwickelte u. a. Systeme, um die größtmögliche Leistung aus Mensch und Maschine herauszuholen. Dieses System beruht auf Zeitstudien (siehe auch REFA-Methodenlehre), mit deren Hilfe eine Arbeitsaufgabe mit geringstem Zeitaufwand erledigt werden konnte.
Auf deren Grundlage aufbauend begann die Erfolgsgeschichte von Henry Ford, der
vor allem wegen seiner Pionierleistung in der Automobilindustrie bekannt wurde.
1903 gründete er die Firma Ford Motor Company. Der wesentliche Beitrag von
Henry Ford war die:
Das
führte dazu, das auch weniger ausgebildete Fachleute Montagearbeiten erledigen
konnten. Der nächste Schritt war die Lieferung und Bereitstellung der
Einzelteile an die Arbeitsstationen.
1955 wurde in den USA der Höhepunkt der Massenproduktion erreicht. Aber schon 5
Jahre zuvor entdeckten die Japaner, daß der Produktlebenszyklus deutlich kürzer
wurde. Damit wurde das Jahr 1950 als das Jahr des Starts des „Lean Production“
angesehen. Ausgelöst wurde dieser Schritt durch das Bestreben von Toyota, eine
Automobilproduktion im größerem Umfang aufzubauen. Während die großen
amerikanischen Automobilunternehmen breit am Markt etabliert waren und über
entsprechende Mittel für Anlageinvestitionen verfügten, war der finanzielle
Spielraum von Toyota vergleichsweise eingeschränkt. So konnten es sich
amerikanische Automobilunternehmen leisten, für jedes Blechteil eine eigene
Presse bereitzustellen. Die Ursache lag in den langen Umrüstzeiten der
vorhandenen Pressen. Sie lagen in der Größenordnung von einem Tag. Darüber
hinaus wurden die Umrüstungen von speziell geschulten Arbeitern vorgenommen.
Die Maschinenbediener waren während dieser Zeit beschäftigungslos. Toyota
entwickelte aus diesem Grund Werkzeugwechselsysteme. Diese konnten von den
Maschinenbedienern ausgeführt werden. Ende der fünfziger Jahre war bereits die
Umrüstzeit von einem Tag pro Presseneinheit auf drei Minuten reduziert. Spezielle
Einrichter wurden daher nicht mehr benötigt.
1960 wurde das Zeitalter der flexiblen Fertigung eingeläutet. Der Übergang von
Einzelautomaten zu numerisch gesteuerten Maschinen führte nochmals zu einer
Produktivitätssteigerung.
Der
Beruf des Maschinenbauingenieurs ist einer der schönsten und spannensten
Arbeitsgebiete zugleich, weil er sich immer auf eine schöpferisch kreativen Arbeit freuen kann. Die
technische Entwicklung brachte ab 1975 mit der Verbreitung von Computern in
Industrieunternehmen einen bis daher nicht gekannten Fortschritt bei der
Datenverarbeitung und Steuerungstechnik. Mit ihnen wurde es möglich, größere
Datenmengen zu verarbeiten, auszuwerten und für eine Rationalisierung in der
Automatisierung zu sorgen. Sowohl der logistische als auch der
steuerungstechnische Aufwand wurde deutlich reduziert und vereinfacht.
Komplizierte Ablaufsteuerungen, seien es pneumatische oder motorische
Bewegungsabläufe, konnten ohne Eingriff an der Hardware vorgenommen werden.
Softwarebefehle ermöglichten die Beschreibung durch Anweisungstexte in
einzelnen Programmzeilen. Mit leistungsfähigeren Rechnern konnte man Bahnen im
3-dimensionalen Raum berechnen. Mehrere motorisch getriebene Achsen konnten
dadurch auf einer vorausberechneten Bahn gelenkt werden. Im Zuge der
Flexibilisierung gewann der Einsatz von Robotern immer mehr an Bedeutung. Heute
sind Achssysteme mit mehreren Freiheitsgraden in der Automatisierungstechnik
nicht mehr wegzudenken. Sie haben sich zu einem festen Bestandteil in
Fertigungslinien etabliert. Wachsender Preis- und Wettbewerbsdruck sowie geänderte
Konsumentengewohnheiten unterstützen weiterhin den Trend nach Einsatz von
flexiblen Fertigungssystemen (Sondermaschinen) durch die zunehmende Forderung
nach individuellen Produkten in unserer kurzweiligen Zeit. © by Rainer Weller |